Die Aktienanlage

Eine Aktie ist allgemein ein Anteil am Grundkapital eines Unternehmens. Wie hoch dieser Anteil konkret ist, gibt der Nennwert der Aktie an. Aktien werden an der Börse gehandelt. Hier ist jedoch nicht mehr der Nennwert entscheidend. Wie viel ein Käufer für ein solches Wertpapier hinblättern muss und wie viel ein Verkäufer bekommt, bestimmt der Kurswert. Der Kurswert einer Aktie kann steigen oder fallen. Entscheidend hierfür sind zum einen die ganz realen Managemententscheidungen innerhalb des börsennotierten Unternehmens. Ein gutes Management verheißt steigende Kurse. Die Aktie wird also sehr gefragt sein und aufgrund der Nachfrage steigt der Kurs. Ein schlechtes Management oder andere wirtschaftliche Missstände im Unternehmen können zu einem Kursverfall führen. Ebenso gibt es aber auch andere, irrationale Gründe für Kursänderungen einer Aktie. So kann eben aufgrund von Gerüchten und Stimmungen an der Börse eine Aktie überaus stark gefragt sein. Der Kurs würde in die Höhe klettern, obwohl etwa innerhalb des Unternehmens keine besonderen Erfolge zu verzeichnen waren. Auf der anderen Seite kann eine negative Stimmung zu Panikverkäufen führen, der Aktienkurs eines eigentlich gesunden Unternehmens würde in den Keller fallen. Letztlich werden die Börsenkurse also von den Teilnehmern dieses Wertpapiermarktes gemacht. Möchte ein Privatanleger sein Geld in Aktien investieren, so benötigt er zunächst ein Depot. Dies kann er bei seiner Hausbank, jedoch auch bei jeder beliebigen Direktbank eröffnen. Nachdem auf dieses Depot der gewünschte Anlagebetrag überwiesen wurde, steht dem Aktienkauf nichts mehr im Wege. Vorausgesetzt natürlich, man ist so fit in Sachen Politik, Wirtschaft und Börse, dass man sofort weiß, in welche Werte man investieren soll. Aktienkäufe, die so genannten Trades, und auch Verkäufe werden via Telefon oder direkt online getätigt.


Kosten und Flexibilität

Es ist noch gar nicht lange her, da kostete bereits die Eröffnung eines Depots Geld. Heute sind die Banken um jeden Kunden bemüht, da gibt’s das Wertpapierdepot schon kostenlos. Ein Vergleich der Anbieter lohnt durchaus, denn bei den laufenden Kosten kann man schon einiges sparen. Aber es ist nicht leicht, sich in dem Tarifdschungel der Depotanbieter zurecht zu finden. Gerade Kreditinstitute mit Filialnetz erheben oft eine monatliche Gebühr für das Konto. Meist ist diese jedoch abhängig von der Anzahl der getätigten Transaktionen. Wer viel an der Börse aktiv ist, spart oft die fixe Grundgebühr. Dafür kosten jedoch die Transaktionen Geld. Auch hier gibt es sehr unterschiedliche Kostensmodelle. Weit verbreitet ist eine Grundgebühr plus Beteiligung von etwa einem Viertel Prozent am Ordervolumen, welche die Banken einbehalten. Je nach Tarif können weitere Kosten für gesonderte Leistungen anfallen, wie etwa eine Order via Telefon oder das Setzen eines Limits für bestimmte Transaktionen. Im Allgemeinen ist zu beobachten, dass Direktbanken, die ihre Geschäfte über das Internet abwickeln, oft die günstigeren Konditionen beim Aktienhandel bieten können. Grundsätzlich sind Aktienkäufe eine sehr flexible Anlagemöglichkeit. Der Anleger ist an keine Laufzeiten oder Kündigungsfristen gebunden. Der Kauf einer Aktie an einem und der Verkauf am darauf folgenden Tag ist kein Problem. Das einzige, was das Kapital möglicherweise längerfristig bindet, ist ein abstürzender Aktienkurs. Wer dann Bares benötigt, muss seine Aktien möglicherweise mit hohem Verlust verkaufen. Wer dagegen die Talfahrt des Kurses aussitzen möchte, wird unter Umständen mittel- oder langfristig nicht an sein Geld kommen.


Rendite

Auf zweierlei Weise kann mit Aktien eine Rendite erzielt werden. Die eine Möglichkeit ist die Dividendenrendite. Wenn das Unternehmen, dessen Aktien man hält, in einem Jahr gut gewirtschaftet und Gewinne gemacht hat, kann ein Teil dieser Gewinne als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Initiator einer Dividendenzahlung ist der Unternehmensvorstand, abgesegnet wird die Ausschüttung von der Hauptversammlung der Aktionäre. Kalkulieren sollte man mit einer Dividendenzahlung jedoch nicht. Die zweite Möglichkeit einer Rendite sind die Gewinne durch Kursanstiege. Im Optimalfall werden Aktien dann veräußert, wenn sie im Verhältnis zum Einkaufswert gestiegen sind. Auch wenn Investmentberater gern langfristig und kontinuierlich gestiegene Werte als zuverlässige Geldanlage anpreisen – wirklich sicher ist keine Aktie. Die Entwicklungen der letzten Monate auf dem Finanzmarkt und auf dem Börsenparkett haben bewiesen, dass auch die Kurse bislang nahezu krisenresistenter Aktien abrutschen können.


Sicherheit und Risiken

Gegen fallende Aktienkurse gibt es keine Sicherheit. Um sich vor größeren Verlusten zu schützen, muss der Anleger schon selbst aktiv werden. Dank minutengenauer Kursanalysen und Transaktionsorder übers Internet kann er rechtzeitig fallende Aktien veräußern. Das wirksamste Mittel sind Limits, die der Anleger bei seiner Depot führenden Bank setzen kann. Für einen Kauf wird der Höchstwert festgelegt, bis zu dem eine Aktie erstanden werden soll. Übersteigt der aktuelle Kurs dieses Limit, wird keine weitere Aktie gekauft. Beim Verkauf gibt das Limit an, zu welchem Preis die Aktie mindestens veräußert werden soll. Viele Anleger sichern sich gegen zu hohe Verluste mit der Stop-Loss-Strategie ab. Dabei weisen sie ihrer Aktie einen maximalen Verlust meist zwischen fünf und zwanzig Prozent des Kaufwertes zu. Wenn eine Aktie für 100 Euro gekauft und ein maximaler Verlust von zehn Prozent festgesetzt wird, muss diese Aktie bei einem Werteverfall auf 90 Euro verkauft werden. Wenn der Wert der Aktie dagegen steigt, kann über einen nach oben korrigierten Stop Loss ein Gewinn gesichert werden.


Wer in Aktien anlegt, hat im Grunde zwei Risiken zu tragen, die er beide nicht direkt beeinflussen kann. Das unternehmensspezifische Risiko liegt in den möglicherweise falschen Entscheidungen, die das Management des jeweiligen Unternehmens trifft. Dies kann zum Wegfall der Dividende, jedoch auch zu massiven Kursveränderungen führen. Das systematische Marktrisiko geht von den mitunter irrationalen Markttendenzen aus. Hier können massive Bewegungen wie etwa Panikverkäufe zu Kursfällen kommen. Der erfahrene Anleger begegnet diesen Risiken mit Disziplin und den richtigen Verlustlimits, um seine fallenden Aktien rechtzeitig abzustoßen.


Beachtenswertes

Immer wieder raten Finanzexperten vor allem eines: Der Anleger sollte niemals sein gesamtes Kapital auf dem Aktienmarkt investieren. Auch die Aufnahme eines Kredites zur Spekulation an der Börse ist in den seltensten Fällen empfehlenswert.
Um auf dem Börsenparkett mitmischen zu können, bedarf es einer umfangreichen Kenntnis der Finanz- und Wirtschaftsmärkte sowie einiger Erfahrung. Völlig unbedarft sollte man sich nicht mit seinem Kapital an die Börse begeben. Erste Einblicke in die Welt der Aktien bieten so genannte Musterdepots. Diese „Übungsbörsen“ werden von einigen Banken und Finanzmagazinen angeboten. Hier können Neulinge ganz ohne Risiko das Kaufen und Verkaufen bei schwankenden Kursen üben und verschiedene Börsenszenarien durchspielen.


Geht es mit dem eigenen Depot ans Eingemachte, ist es empfehlenswert, das Kapital zu streuen. Bei einem rasant steigenden Kurs mag es verlockend sein, das gesamte Vermögen auf eine Karte zu setzen. Ebenso schnell kann ein Kurs jedoch auch wieder fallen.


Anlageberater können gute Tipps zur richtigen Anlage des Kapitals geben. Oft jedoch erwiesen sich die Vorhersagen so genannter Experten als Trugschlüsse, die Anleger eine Menge Geld kosteten. Hier ist es im Einzelnen abzuwägen, inwieweit man Empfehlungen Glauben schenkt. Wer schon länger an der Börse aktiv ist, wird sich eher auf seine eigene Intuition und Erfahrung verlassen. Letztlich muss darauf hingewiesen werden, dass der Anleger auch Verluste einkalkulieren muss. Niemand wird an der Börse immer nur gewinnen. Mit der richtigen Anlagestrategie und dem richtigen Aktienportfolio sollte man eher auf den langfristigen Erfolg setzen, bei dem auch kurzzeitige Durststrecken aufgrund fallender Kurse einkalkuliert sind.


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