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Geldanlage in Investmentfonds
Ein Investmentfonds bündelt das Kapital zahlreicher Privatanleger und investiert es in Wertpapiere verschiedenster Art. Mit der Kapitalanlage in das Fondsvermögen und dem Erhalt der Fondsanteile ist die Arbeit der Anleger getan, schließlich kümmert sich der Fondsmanager um alle weiteren Investitionen. Im besten Fall ist dieser mit einem umfassenden Wissen der Kapitalmärkte ausgestattet und verfügt über eine hinreichende Erfahrung, um das Geld der Kleinanleger renditeträchtig anzulegen. Der Fondsmanager trifft die Entscheidungen, welche Werte erworben werden. Dabei ist er an das Fondsporträt gebunden, dieses gibt die inhaltliche Ausrichtung des Investmentfonds an.
So darf etwa ein Umweltfond nur in Werte investieren, die ihr Geld mit regenerativen Energien, mit der Landwirtschaft oder ähnlichem verdienen. Der Fondssparer hat die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl von Fonds mit verschiedenster Ausrichtung, er kann sich für Fonds entscheiden, die sich auf Regionen, Länder, Märkte oder Branchen konzentrieren. Ein Aktienfonds investiert überwiegend in Aktien und andere zukunftsorientierte Wertpapiere. Er eignet sich als langfristige Geldanlage. Rentenfonds hingegen legen das Geld der Kunden in Wertpapiere mit festen Zinsen an. Dies können Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen verschiedenster Herausgeber und Währungen sein. Total oder Absolute Return Fonds investieren in verzinsliche Wertpapiere, jedoch auch auf Werte wie Aktien, Fremdwährungen oder Rohstoffe. Durch diese breite Streuung sollen Kursschwankungen verhindert und ein gesichertes, langfristiges Wachstum auch in Krisenzeiten gewährleistet werden. Ob Geldmarktfonds, Gemischte Fonds oder Garantie- und Kapitalschutzfonds, bei der richtigen Wahl der Geldanlage in Fonds sollten sich gerade Neulinge umfassend beraten lassen.
Erhältlich sind Fondsanteile bei den meisten Kreditinstituten oder direkt bei Fondsvermittlern im Internet. Erwirtschaftet der Fonds Gewinn, wird dieser als Dividende einmal jährlich an die Anteilseigner ausgeschüttet.
Kosten und Flexibilität
Wer Anteile eines Investmentfonds erwirbt, muss einen Ausgabeaufschlag entrichten. Die Höhe dieses Aufschlages variiert abhängig von Kreditinstitut und Fonds und liegt etwa um fünf Prozent der Anlagesumme. Der Ausgabeaufschlag wird sofort vom beim Kauf der Anteile fällig. Eine Verwaltungsgebühr von 0,2 bis 1,5 Prozent wird jährlich direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Auch eventuelle Depotbankgebühren werden direkt dem Fondsvermögen entnommen.
Alle Fonds, die im Bundesverband Investment und Asset Management vereinigt sind, weisen eine Gesamtkostenquote aus. Über diese Quote sind die Kosten verwandter Fonds direkt miteinander vergleichbar.
Ein Investmentfonds ist eine sehr flexible Geldanlage. Kapital kann sowohl über eine große Einmalzahlung als auch über einen Sparplan investiert werden. Dabei werden monatlich kleine Beträge in das Fondsvermögen eingezahlt, so erhöht sich der Fondsanteil des einzelnen Sparers kontinuierlich. Absolute Flexibilität herrscht auch bei der Verfügbarkeit des Geldes. Das investierte Kapital ist täglich abrufbar, für den Verkauf der Fondanteile gibt es keine Kündigungsfristen. Einziges Risiko bei einem kurzfristigen Kapitalabzug wäre ein schlechterer Wert der Fondsanteile als zum Zeitpunkt des Kaufs.
Rendite
Auf zweierlei Weise kann mit Fondsanteilen Rendite erzielt werden. Zunächst ist die Dividende zu erwähnen. Sie ist maßgeblich vom unternehmerischen Erfolg des Fondsmanagers abhängig. Wenn er das Fondsvermögen gut investiert, macht die Fondsgesellschaft Gewinne. Diese werden an die Anteilseigner ausgeschüttet. Viele Fondsgesellschaften werben mit Renditen von zehn Prozent und mehr. Bevor man einer solchen Verlockung erliegt, sollte man jedoch die entsprechenden Fondsporträts genau studieren, um einhergehende Risiken zu erkennen.
Die zweite Möglichkeit der Rendite sind die gestiegenen Werte der Fondsanteile. Ein Börsenhoch steigert auch den Wert des Aktieninventars der Fondsgesellschaft. Wer in solchen Momenten seine Fondsanteile abstößt, kann unter Umständen eine gute Rendite erzielen.
Sicherheit und Risiken
Gemessen an der Kapitalanlage Aktie ist der Investmentfonds eine sichere Anlagemöglichkeit. Dies liegt an der breiten Streuung des Fondsvermögens. Anstatt nur auf einzelne Werte zu setzen, gehören verschiedenste Positionen zum Portfolio einer Fondsgesellschaft. Auf diese Weise können die fallenden Kurse einzelner Aktien aufgefangen werden.
Je breiter die Streuung ist, umso sicherer ist der Wert der Fondsanteile. Zudem sind Anleger bei deutschen Fondsgesellschaften vor willkürlichen Entscheidungen ihrer Manager geschützt, schließlich unterstehen die Fonds der Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Auch gegen eine mögliche Pleite der Fondsgesellschaft sind die Anleger gesichert. Denn das Fondsvermögen gilt juristisch als Sondervermögen und ist damit konkurssicher. Schließlich stellt sich die Frage nach der Sicherheit des Wertes der Fondsanteile. Wer eine niedrige Rendite zugunsten einer hohen Sicherheit in Kauf nimmt, sollte in Geldmarktfonds investieren. Rentenfonds bieten eine höhere Rendite, jedoch auch ein höheres Verlustrisiko, während Aktienfonds als verhältnismäßig spekulativ gelten. Die Sicherheit gegen Wertverlust der Fondsanteile wird schließlich immer mit einer niedrigen Rendite erkauft.
Beachtenswertes
Wer sich erstmals mit den Anlagemöglichkeiten in Investmentfonds beschäftigt, ist oft zunächst ein wenig orientierungslos. Über 8.000 verschiedene Fonds sind am Markt zugelassen, die Suche nach dem optimalen Produkt für die eigene Anlagestrategie scheint endlos zu dauern. Vorweg sollte man sich jedoch Gedanken darüber machen, worauf es einem persönlich ankommt. Ist es die möglichst schnelle und hohe Rendite oder eher die Sicherheit, die im Vordergrund steht? Welches Risiko möchte man bei der Vermehrung seines Geldes eingehen? Auch der Zeithorizont ist wichtig. Wie lange soll das Kapital angelegt werden? Wer sich darüber klar wird, was für ein Anlegertyp er ist, hat die besten Voraussetzungen seinen optimalen Fonds zu finden.
Dabei können unabhängige Rating Agenturen sehr nützlich sein. Sie prüfen und bewerten die verschiedenen Fonds und ihre Fondsmanager unter den verschiedensten Gesichtspunkten und geben so wichtige Entscheidungshilfen. Sinn macht auch ein Blick auf die Vergangenheit eines Fonds. Welche Entwicklung hat der Fonds genommen? Wurde der Manager häufig gewechselt oder ist eine Kontinuität erkennbar? Haben Manager und Fonds vielleicht schon irgendwelche Auszeichnungen vorzuweisen? Die Entscheidung für die richtigen Fonds braucht Zeit, hier sollte man alle Argumente gegeneinander abwägen.

