Immobilienkredit - nach wie vor historisch günstig

Die Miete in die eigene Tasche zahlen - warum eigentlich nicht? Der eigene Wohnraum ist auch eine gute Altersversorgung, wenn man dann miet- und zinsfrei wohnen kann. Zudem sind die Immobilienpreise derzeit noch relativ niedrig.

Mit aktuell deutlich unter 4 % Zinsen liegen die Kosten für einen Immobilienkredit auf historisch niedrigem Niveau. Auch bei einer Zinsbindung für 20 Jahre kann man mit 4 % rechnen - eigentlich ein richtiges Schnäppchen. Doch welche Voraussetzungen sollten erfüllt werden, um an einen solchen Kredit zu kommen?


Eigenmittel sind gefragt. Üblich ist eine Beleihung von 60 % des nachhaltigen Gebäudewertes. Das gab es zwar schon immer. Einer der Auslöser für die Finanzkrise 2008 war aber der Umstand, dass viele Gebäude von Banken zu 100 % finanziert wurden. Das gibt es jetzt kaum noch. Die 40 % können durch eigene Mittel, durch Eigenleistung, durch ein Bausparguthaben, aber auch durch Privatdarlehen von Eltern und Verwandten aufgebracht werden.


Auch persönliche Voraussetzungen müssen gegeben sein. Ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis mit einem Nettoeinkommen, das die Zahlung von Zins und Tilgung ohne Schwierigkeiten erlaubt, wird vorausgesetzt. Man bindet sich an einen Standort und an eine Umgebung und kann nicht mehr beliebig wechseln. Das Haus sollte gegenwärtigen und künftigen Ansprüchen (Kinder, Alter) genügen.


Ausgehend von dieser Voraussetzung sollte man sich das passende Objekt suchen: Kauf eines bestehenden Hauses mit oder ohne Renovierungsbedarf, Kauf eines Neubaus, der noch für eigene Wünsche offen ist, oder Bau eines Massiv- oder Fertighauses mit mehr oder weniger Eigenleistung. Dazu braucht man das richtige Grundstück.


Auf dieser Basis kann man dann nach dem richtigen Immobilienkredit suchen. Die günstigsten Angebote und den besten Überblick bietet das Internet. Nicht nur Banken bieten da an. Auch einige Vermittler haben sich etabliert. Sie erhalten eine Provision von den Banken oder Institutionen, denen sie Kunden vermitteln, und arbeiten deshalb für den Kreditnehmer kostenlos.

Man kann sich online vorab informieren. Doch kann man unverbindlich auch eine Anfrage starten und erhält oft schon am nächsten Tag die Antwort. Daraus kann man dann sehen, ob das Projekt Chancen hat.


Auch die Hausbank, bei der man sein Konto führt, sollte man nachfragen. Eventuell ist der Zinssatz zwar etwas ungünstiger. Dafür darf man aber bei einem guten Verhältnis zur Bank bei eventuellen späteren Schwierigkeiten mit mehr Kulanz rechnen. Die Hausbank kennt die Verhältnisse des Kreditnehmers besser als ein Außenstehender. Wenn sie das Darlehen bewilligt, kann man es beruhigt auch bei einem anderen Kreditgeber aufnehmen. Wenn sie aber ablehnt, ist dies ein Grund, das Projekt kritisch zu prüfen und entweder eine genehmigungsfähige "Nummer kleiner" zu wählen oder davon Abstand zu nehmen.


Sparkassen und Genossenschaftsbanken behalten die Kredite meist im eigenen Portefeuille. Bei anderen Banken kann man da nicht so sicher sein. Im Normalfall merkt man nichts davon, wenn die Bank Immobilienkredite an Dritte verkauft. Erst wenn man einmal mit einer Rate in Rückstand gerät, kann es schwierig werden.


Auch das Versicherungsdarlehen sollte nicht vergessen werden. Wer in jungen Jahren schon mit dem Ansparen einer Altersversorgung begonnen hat, würde jetzt vielleicht lieber in eine Immobilie investieren. Da gibt es zwei Möglichkeiten, die es zu prüfen gilt: Man kann den Versicherungs-vertrag stilllegen oder mit verminderter Rate fortführen. Das kann mit Einbußen verbunden sein. Günstiger ist es, ein Darlehen der Versicherung in Anspruch zu nehmen, das mit der Auszahlung der Versicherung getilgt wird. Der Zinssatz sollte nicht wesentlich höher wie bei einem normalen Immobilienkredit sein.


Nicht zu vergessen ist die Prüfung, ob Fördermittel in Anspruch genommen werden können. Die Bank oder der Kreditgeber weiß darüber Bescheid und wird gerne Auskunft geben, weil damit das eigene Risiko vermindert werden kann.

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