Versicherungen
Abheben von Geld – Inzwischen meist eine teure Angelegenheit
Ende November des vergangenen Jahres haben die Banken ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert. Dies war eine Folge der Umsetzung der geforderten EU-Richtlinie für die Änderungen im Zahlungsverkehr. Eine wichtige Sache für Verbraucher, da seit dem bspw. Überweisungen schneller verbucht werden müssen – jedoch auch ein Eigenanteil bezahlt werden muss bei Fehlbuchungen oder bei Kartenverlust.
Die Änderungen der AGB der Banken hatte jedoch eine weitere, sehr unschöne Folge. So einigen Banken haben die Gelegenheit gleich am Schopfe gepackt und einige Gebühren angezogen – und dies zum Teil sehr heftig.
Wenn ein Kunde nun Geld abheben möchte bei einer Bank, die nicht dem gleichen Bankenverbund angehört, kann es sehr teuer werden. Bis zu 20 Euro werden bei Fremdabhebungen dann fällig.
Die Konkurrenz unter den Banken kommt die Kunden teuer zu stehen
Vor allem die Kunden von Direktbanken leiden unter dieser Kostenbelastung. Schuld ist der Wettbewerb der Banken und Sparkassen untereinander, die sich auch durch die Erhebung solcher Fremdgebühren gerne gegenseitig vom Markt drängen möchten.
Der Leidtragende ist dann der Kunde selbst, da die meisten Geldinstitute ihren Kunden die erhobenen Gebühren belasten – und dies kann dann teuer zu Buche schlagen auf dem Girokonto des Karteninhabers.
Während bei Kreditkarten in der Regel 5,- Euro je Abhebung verlangt werden, ist der Einsatz von EC-Karten (girocards) eine teure Angelegenheit geworden seit der Änderung der Banken-AGB.
Die Geldinstitute selbst argumentieren ihre Gebührenerhöhung gerne mit dem Aufwand, den die Fremdabhebungen verursachen würden. Dabei ist der Kostenaufwand, den die Banken damit haben, um ein Vielfaches geringer als die Gebühren, die den Kunden dann letztlich auch auferlegt werden.
Zweites Girokonto hilft Gebühren sparen!
Eines jedoch ist hilfreich, um den hohen Gebühren für Barhebungen an Fremdautomaten zu entgehen: Die Einrichtung eines zweiten Girokontos. Ohne Mindesteingang, und nur mit geringen monatlichen Kosten. Hiermit fährt ein Kunde dann meist besser als mit der Bezahlung der Gebühren bei Fremdabhebungen. Gerade wenn öfter im Monat Geld abgehoben wird, aber kein Eigenautomat der Bank in der Nähe ist, bei der man sein Konto hat, ist ein Zweitkonto eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen.
Der Finanzexperte des Bundesverband Verbraucherzentralen, vzbv, Manfred Westphal kritisierte inzwischen die Strategie der Banken, den Konkurrenzkampf untereinander auf dem Rücken der Bürger auszutragen. "Das ist eine Leistung, die dem normalen Wettbewerb entzogen ist", machte er inzwischen deutlich.
Ob die Banken darauf reagieren werden, ist eher fraglich. Ohne eine rechtliche „Hinführung“ zur Änderung der Gebührenerhebung werden die Geldinstitute von sich aus nicht handeln. Wieso sollten sie auch, schließlich verdienen sie eine Menge Geld gerade mit den Fremdabhebungen.