Die Kapitallebensversicherung

Bis heute ist die Kapitallebensversicherung eine weit verbreitete Form der Altersvorsorge. Sie ist eine Kombination aus dem Risikoschutz für die Hinterbliebenen im Falle eines Ablebens des Versicherungsnehmers und einem Sparplan für den Vermögensaufbau. Zunächst entscheidet sich der Versicherungsnehmer nach ausführlichem Vergleich für einen Anbieter. Bei Vertragsabschluss werden sowohl die Höhe der monatlichen Beiträge und die Laufzeit der Versicherung als auch die garantierten Zinsen auf den Sparplan festgeschrieben. Dann zahlt der Versicherungsnehmer seine monatlichen Raten. Jedoch werden abhängig vom Anbieter nur etwa zwei Drittel der Beitragssumme für den Vermögensaufbau genutzt, der Rest wird zur Deckung des Risikoschutzes und der Kosten verwendet.

Die Versicherungsgesellschaft arbeitet schließlich mit dem ihr anvertrauten Geld, sie investiert – hoffentlich gewinnbringend – in Aktien, Fonds, Zinsanlagen und Immobilien. Nach dem Ende der Laufzeit wird die gesamte Versicherungssumme samt der garantierten Zinsen an den Versicherungsnehmer ausgezahlt. Hinzu kommen finanzielle Beteiligungen, wenn die Versicherungsgesellschaft Überschüsse erwirtschaftet hat.


Kosten und Flexibilität

Die Kapital-lebensversicherung gilt als relativ teure Geldanlage. Vom monatlich eingezahlten Beitrag wird etwa ein Drittel für die Deckung der Kosten sowie für den Risikoschutz aufgebracht. Neben der einmaligen Abschlussprovision fallen regelmäßige Verwaltungskosten an. Die Provision wird in der Regel in den ersten Monaten der Laufzeit bezahlt, so dass der Versicherungsnehmer in dieser Zeit noch nichts für seinen Kapitalaufbau tut. Einen Unterschied machen die so genannten nullgezillmerten Verträge, hier werden die Vertragsabschlusskosten auf die gesamte Laufzeit der Police gestreckt.

Da sich gerade bei den Kosten die Produkte verschiedener Anbieter deutlich unterscheiden, empfiehlt sich hier ein sehr genauer Vergleich der einzelnen Versicherungspolicen. Eine Kapitallebensversicherung stellt ein langfristiges Anlageprodukt dar, welches durch die auflaufende Überschussbeteiligung an Wert gewinnt. Wer kurzfristig Geld benötigt und zu diesem Zweck den Vertrag auflösen will, macht dabei meist einen schlechten Schnitt. Da die Abschlusskosten meist in den ersten Monaten oder Jahren abbezahlt werden, deckt der Rückkaufwert bei einer frühzeitigen Vertragsauflösung meist nicht einmal die eingezahlten Beiträge. Eine vorzeitige Kündigung wird demnach meist sehr teuer. Wohl dem, der hier einen nullgezillmerten Vertrag besitzt. Rentabler als die Rückgabe der Police an die Versicherungsgesellschaft kann der Gang zu Kreditinstituten sein, die mit Versicherungspolicen handeln. Hier ist meist ein besserer Preis herauszuholen. Wer über einen kurzen Zeitraum nicht in der Lage ist, die Beiträge zu zahlen, braucht sich keine Sorgen um seine Police machen. Viele Verträge gewähren eine vorübergehende Kürzung oder Aussetzung der Beitragszahlungen, zudem lassen die Versicherungsunternehmen in solchen Fällen oft mit sich reden.


Rendite

Grundsätzlich gilt: Es ist unmöglich, die Rendite einer Kapitallebensversicherung genau vorherzusagen. Denn sie setzt sich zusammen aus einem garantierten Zins und einer Überschussbeteiligung. Der Garantiezins wird mit dem Vertragsabschluss festgeschrieben, derzeit liegt er bei 2,25 Prozent (Stand: Februar 2009).

Die Überschussbeteiligung ergibt sich aus den Gewinnen, welche die Versicherungsgesellschaft am Finanzmarkt erzielt, sowie aus der aktuellen Situation des Versicherers. Anbietern, die mit einer garantierten Rendite werben, sollte man mit Skepsis begegnen.

Wer jetzt mit dem Garantiezins auf seine Beiträge rechnet, sei gewarnt. Lediglich auf den Sparanteil wird dieser Zins angerechnet, die Kosten für Provision, Verwaltung und Risikovorsorge werden nicht eingerechnet.


Sicherheit und Risiken

Versicherungsgesellschaften investieren ihr Geld in Aktien, Investmentfonds, Immobilien und andere Zinsanlagen. Dabei streuen sie ihr Geld verhältnismäßig breit. Vor allem die deutschen Versicherer haben aus dem Börsencrash am Neuen Markt vor zehn Jahren gelernt und legen nur einen geringen Teil ihres Kapitals in Aktien an. Das bedeutet zwar weniger Rendite, dafür jedoch auch einen höheren Schutz gegen massive Kursverluste. Sollte ein Versicherer nicht mehr zahlungsfähig sein, springt die Protektor Lebensversicherungs-AG ein. Sie verwaltet einen gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsfonds für deutsche Lebensversicherer.
Um mit seiner Assekuranzgesellschaft nicht Schiffbruch zu erleiden, sollte man sich vor dem Abschluss einer Police über die Eigenkapitaldecke, die Gewinnentwicklung sowie über die Bewertung durch unabhängige Rating-Agenturen informieren.


Beachtenswertes

Grundsätzlich handelt es sich bei der Kapitallebensversicherung um eine langfristige Geldanlage. Wer auf kurzfristige Gewinne und hohe Renditen hofft, sollte sich auf andere Anlagemöglichkeiten konzentrieren. Auch für Alleinstehende lohnt die Kapitallebensversicherung kaum, denn wo keine Hinterbliebenen, da ist auch kein Hinterbliebenenschutz notwendig. Wer älter als 45 Jahre ist, sollte vor Abschluss einer Kapitallebensversicherung prüfen, ob sich diese tatsächlich lohnt. Denn ab diesem Eintrittsalter berechnen etliche Versicherer Risikoaufschläge auf die Monatsbeiträge.

Als Geldanlage ist die Kapitallebensversicherung jedoch nicht unumstritten. Kritiker meinen, dass man Hinterbliebenenschutz und Vermögensaufbau trennen sollte und verweisen auf die hohen Kosten von etwa einem Drittel der Beiträge. Günstiger und möglicherweise rentabler wären andere Geldanlagen. Ein weiteres Argument gegen die Kapitallebensversicherung sei der relativ niedrige Garantiezins von derzeit nur 2,25 Prozent. Da dieser nur auf die Sparbeträge angerechnet wird, ist der effektive Zins sogar noch um etwa ein Drittel niedriger, so dass die garantierten Zinsen meist nicht einmal die Inflation ausgleichen. Mit der Überschussbeteiligung kann dagegen nicht fest kalkuliert werden.

Ein Vorteil der Kapitallebensversicherung liegt in der steuerlichen Behandlung. Wer jetzt eine Police über einen Zeitraum von mehr als zwölf Jahren abschließt und diese nicht vorzeitig kündigt, zahlt für die Kapitalerträge keine Abgeltungssteuer. Die Erträge sind nach Abzug aller Beiträge zur Hälfte steuerfrei. Ob der Abschluss einer Kapitallebensversicherung als Geldanlage lohnend ist, sollte jedoch immer individuell geprüft werden.


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