Frauen fehlt es beim Thema Geldanlage an Selbstbewusstsein

Bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage für die Hansemerkur Versicherungsgruppe kam heraus, dass 21 Prozent aller Frauen, die in einer Partnerschaft leben, denken, dass ihr Partner besser Bescheid weiss über das Thema private Altersvorsorge als sie selbst. Damit fehlt es Frauen eindeutig an Selbstbewusstsein, wenn es um das Thema Versorgung geht.


Kathrin Voss, Produktmanagerin bei der Hansemerkur, weiß, dass viele Frauen immer noch dazu neigen, ihre Entscheidungen aus dem Bereich Altersvorsorge regelmäßig vor sich hin zu schieben, da sie sich kein sicheres eigenes Urteil zutrauen. Dabei ist laut Kathrin Voss gerade für Frauen das Thema private Altersvorsorge wichtig, da sie durch Baby- und Erziehungs-Pausen oftmals einen geringeren gesetzlichen Rentenanspruch haben als Männer.


Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut weiß, dass Frauen Männern gegenüber bei der Altersvorsorge im Nachteil sind. Denn laut Berechnungen steht Frauen im Durchschnitt nur die Hälfte der gesetzlichen Rente, die Männer erhalten, zur Verfügung. Susanne Kazemieh, Gründerin der Frauen-Finanz-Gruppe in Hamburg: "Jede Elternzeit und jedes Teilzeitjahr vergrößert die Versorgungslücke". Deswegen sei es besonders wichtig, dass sich Frauen so früh wie möglich, also bereits vor dem Kinderkriegen, Gedanken darüber machen, wie sie ihre Versorgungslücke ausgleichen können.


70% der Frauen schätzen Ihre Altersvorge und Geldanlage-Kenntnisse ungeügend ein


Bei einer aktuellen und europaweit durchgeführten Umfrage des Fondsanbieters Fidelity gaben 70 Prozent der Frauen zu, ungenügende Finanzkenntnisse zu besitzen, bei den Männern waren es hingegen nur 45 Prozent. Der Sprecher der Geschäftsleitung von Fidelity International in Deutschland, Christian Wrede, weiß, dass dies nicht gleichzeitig heißt, dass Frauen weniger als Männer wissen. Seiner Meinung nach gehen Frauen nur nicht so selbstbewusst und vielmehr kritisch oder ehrlicher damit um. Eine Folge davon ist, dass man Frauen weitaus häufiger bei der Finanzberatung antreffen kann als Männer. Außerdem lassen sich Frauen in Zeiten von Finanzkrisen weitaus mehr verunsichern und investieren weniger als Männer.


Wrede appelliert an die Frauen, sich stärker mit dem Thema Geldanlage auseinanderzusetzen, denn nur dann können auch Frauen im Alter genügend Geld zum Leben zur Verfügung haben. Eine Patentlösung scheint es aber nicht zugeben, denn laut Kazemieth müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Sowohl das Lebensalter als auch die Zeit bis zum Ruhestand, Lebensumstände und eigene Ziele und Wünsche müssten berücksichtigt werden.


Die erste Wahl zum Aufbau einer eigenen Altersvorsorge ist für Frauen oftmals die Riester-Rente, was hauptsächlich auf die staatliche Förderung zurückzuführen ist. Kazemieth weiß, dass die Riester-Rente für nahezu jede Mutter empfehlenswert ist. Schließlich gibt es bei dieser Altersvorsorge neben den jährlichen staatlichen Zulagen in Höhe von 154 Euro auch noch Kinderzulagen. Selbst Mütter, die weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten, haben einen Anspruch auf diesen Riester-Vertrag, wenn ihre Kinder jünger als drei Jahre sind. Unter bestimmten Bedingungen ist es sogar möglich, als Frau bei einem Job auf 400-Euro-Basis einen eigenen Riester-Vertrag zu besparen.