Die Börse in Deutschland und den USA

Die führende deutsche Börse ist die Frankfurter Wertpapierbörse. In den USA ist dies die New York Stock Exchange. Sie haben vieles, aber nicht alles gemeinsam.

Vieles ist gemeinsam: der Handel mit Aktien, Anleihen und Zertifikaten, der steigende Anteil des elektronischen Handels, Bedingungen für die Börsenzulassung, die Berechnung von Indizes. Doch gibt es einige grundlegende Unterschiede, die dem Anleger in den USA zugute kommen.

In Deutschland wird der Aktienhandel von den Banken dominiert. Broker, also reine Wertpapier-händler, sind weniger bekannt, inzwischen aber auch am Markt. In den USA gab es bis vor einigen Jahren eine strikte Trennung. Da waren ausschließlich die Broker für den Wertpapierhandel zuständig. Zwischenzeitlich wurde dies aufgeweicht und auch den Banken gestattet, über Tochtergesellschaften Brokerdienste anzubieten.

Bei den Brokern unterscheidet man zwischen Full-Service-Brokern und Discountbrokern. Der Full-Service-Broker bietet nicht nur die Abwicklung der Börsengeschäfte, sondern auch alle Informationen über Wertpapiere und gibt auch Empfehlungen. Der Discountbroker bietet neben der Abwicklung meist nur Depot- und Kursinformationen. Der Anleger muss sich selbst um die Informationen kümmern. Dafür bieten sie ihre Leistung aber sehr viel günstiger an. Für 2,50 US-$ gesamte Kosten kann man 10.000 IBM-Aktien im Wert von 1,3 Millionen US-$ kaufen. Da muss man in Deutschland lange suchen.

Depotgebühren sind in den USA bei aktiven Konten nicht üblich, wohl aber in Deutschland.

Deutsche Aktiengesellschaften zahlen in der Regel einmal jährlich Dividende. In den USA ist es üblich, die Dividende quartalsweise zu zahlen. Auch Gesellschaften mit monatlicher Ausschüttung gibt es.

Bei den Optionsgeschäften gibt es grundlegende Unterschiede. Während in Deutschland Optionsscheine üblich sind, gibt es in den USA einen regen Handel mit standardisierten Optionen. Da kann auch ein kleiner Anleger als Stillhalter in Aktien seine Rendite durch ein Optionsgeschäft aufbessern.

Selbstverständlich ist in den USA auch ein Margin Account. Je nach Broker erhält man schon ab 2.000 US-$ ohne große Formalitäten diesen Wertpapierkredit, der meist bei 50 % des Depotwertes liegt. Diesen Rahmen sollte man allerdings nicht ausschöpfen. Bei einem Überschreiten kommt rigoros ein Margin Call, die Aufforderung, entweder Geld oder Wertpapiere einzulegen oder Wertpapiere zu verkaufen.

Direkte Anlagen bei einem US-Broker sind auch für Europäer möglich. Einige große Broker haben Niederlassungen in Europa. Man kann aber durchaus auch in den USA ein Konto eröffnen, ohne dort persönlich erscheinen zu müssen.

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