Versicherungen
Exchange Traded Funds - die besseren Investmentfonds?
Exchange Traded Funds, kurz ETFs genannt, erfreuen sich besonders bei den institutionellen Anlegern recht großer Beliebtheit. Kleine Anleger wissen oft überhaupt nicht, dass es sie gibt. Sie werden, da Banken und Broker nicht mit üppigen Provisionen rechnen können, meist nicht angeboten. Doch was für die großen Kapitalanleger gut ist - kann da nicht auch der kleine Anleger profitieren?
Zwischen einem Investmentfond, der in vielen Depots der Kleinanleger zu finden ist, und dem in diesem Segment kaum bekannten ETF bestehen grundlegende Unterschiede:
- Der Investmentfond wird in der Regel aktiv gemanagt. Schnell wird gekauft und auch wieder verkauft. Die Fondsgesellschft versucht so, eine möglichst hohe Rendite zu erreichen. Diese Aktivität kostet - schließlich zählen Banker nicht zu den Geringverdienern. Gebühren von 3 % und mehr pro Jahr sind keine Seltenheit und schmälern die Auszahlung für den Anleger. Ein ETF wird in der Regel passiv gemanagt. Er bildet den ihm zugrunde gelegten Index nach. Beispiel DAX 30: Zahlen Anleger ein, werden wieder je 100 der 30 DAX-Aktien gekauft, fließt Geld ab, werden sie verkauft. Das geht fast automatisch; daher liegen die Gebühren bei ETFs meist unter 1 %.
- ETFs werden an der Börse gehandelt. Daher falle Börsengebühren an. Ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % wie beim Investmentfond gibt es nicht.
- Der Investmentfond ist meist nicht frei handelbar, sondern wird von der ausgebenden Gesellschaft zurückgekauft - wenn sie genügend flüssige Mittel hat. Beim ETF dagegen ist der Verkauf über die Börse jederzeit möglich. Bei Investmentfonds, die in börsennotierten Werten investieren, ist dies nicht von Bedeutung, wohl aber bei Immobilienfonds.
Fazit: Ein Investmentfond muss erst einmal netto - nach Abzug der höheren Kosten - den Index schlagen, wenn er besser als der betreffende ETF sein will.
ETFs können, wie Aktien oder Anleihen, an der Börse gekauft und verkauft werden. Sie sind gut geeignet für den kleineren Anleger, der zwar in Aktien investieren, aber sich nicht mit der Börse beschäftigen will. Es gibt ETFs, die die Dividenden auszahlen, andere thesaurieren sie. Auch Sparpläne mit monatlichen Raten werden angeboten. Wie auch ein Aktienkurs kann der Kurs eines ETFs an der Börse verfolgt werden.

