Versicherungen
Was versteht man unter Dachfonds?
Auch bei den Dachfonds handelt es sich um Investmentfonds, die das Kapital vieler Anleger sammeln und in deren Auftrag Gewinn bringend anlegen. Dieses Kapital wird genau wie bei den „normalen“ Fondsgesellschaften als Sondervermögen behandelt und darf bei einem Konkurs der Fondsgesellschaft nicht mit zur Befriedigung der Forderungen der Gläubiger gegen die Gesellschaft selbst verwendet werden.
Dachfonds haben die Besonderheit, dass sie das gesammelte Vermögen ihrer Anleger nicht in einzelne Rentenpapiere, Zertifikate und Aktien investieren, sondern davon die Anteile von Drittfonds kaufen. In Deutschland hat der Gesetzgeber die Freiheit der Manager der Dachfonds bei den zu tätigenden Investitionen allerdings beschränkt. So dürfen sie beispielsweise keine Anteile anderer Dachfonds kaufen. Sie dürfen maximal zwanzig Prozent der zu verwaltenden Kundengelder in einen einzigen Fonds investieren, wobei dort ein Gesamtanteil von zehn Prozent nicht überschritten werden darf.
Das dient letztlich dem Verbraucherschutz, weil man verhindern möchte, dass große Verluste des einen Fonds auf mehrere andere durchschlagen. Der Fachmann spricht dabei von einer Kaskadierung. Dachfonds waren in der Bundesrepublik Deutschland zeitweise verboten und sind mit den genannten Reglementierungen erst seit kurz vor der Jahrtausendwende wieder am Finanzmarkt zugelassen.
Einer der Nachteile der Geldanlage in einem Dachfonds ist, dass man hier mit recht hohen Depotgebühren rechnen muss. Das liegt daran, dass hier nicht nur die Depotgebühren der Zielfonds berücksichtigt werden müssen, in denen die Anlagen durch die Fondsgesellschaft getätigt werden, sondern auch die Aufwendungen der Dachfondsgesellschaft selbst. Anderseits lassen sich höhere Erträge erzielen, weil die Manager der Dachfond den für Privatkunden üblichen Ausgabeabschlag nicht zahlen müssen. Dieser Vorteil wird gewährt, weil hier stets in erheblichen Dimensionen Anteile gekauft und verkauft werden.
Ein weiterer Vorteil der Anlage in einem Dachfonds besteht in den höheren Renditechancen und dem geringeren Verlustrisiko. Beides ergibt sich durch die deutlich breitete Streuung der Anlagen. Hier kann keine andere Fondsgesellschaft mithalten, die in einzelne Wertpapiere investiert. Auch machen sich hier Besonderheiten positiv bemerkbar, die in den Regelungen zur Abgeltungssteuer in Bezug auf die Anteile an Dachfonds getroffen worden sind.
