Optionsscheine - eine günstige Anlagemöglichkeit?

Ja, unbedingt! Aber nur für den, der den Optionsschein ausgibt und als Stillhalter die Prämie einstreicht. Er hat bei diesem Börsenspiel meist die besseren Karten.

Eine Option ist das Recht, eine Aktie - oder auch ein anderes Wirtschaftsgut - zu einem festgelegten Kurs innerhalb einer bestimmten Laufzeit kaufen oder verkaufen zu können. In Deutschland erfolgen diese Geschäfte meist in der Form, dass das Recht in einem an der Börse gehandelten Optionsschein verbrieft ist. Der Anleger kann zwar mit Optionsscheinen auf steigende oder fallende Kurse spekulieren. Er ist aber immer der, der den Optionsschein kaufen muss. Diesen Kaufpreis streicht der Emittent, der den Optionsschein ausgibt, erst einmal ein.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man mit Optionsscheinen gewinnt? Nun, dafür gibt es eine einfache Rechnung. Der Kurs kann steigen, er kann fallen, er kann aber auch gleich bleiben. Meist muss man für das Recht, spekulieren zu dürfen, bezahlen. Man wird den Optionsschein nicht genau zu seinem inneren Wert bekommen können. Spekuliert man auf steigende Kurse, so gewinnt man nur, wenn diese innerhalb der gesetzten Frist auch entsprechend stark steigen. Bei fallenden oder gleich bleibenden Kursen verliert man den bezahlten Optionspreis. Gleiches gilt, wenn man auf fallende Kurse spekuliert und die Aktie dann steigt oder gleich bleibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass man gewinnt, ist also nur 1:2!

Das wissen auch die Banken und Institutionen, die die meisten Optionsscheine ausgeben und davon ganz gut profitieren. Dazu kommt noch, dass europäische Optionen nur zum Ende der Verfallfrist ausgeübt werden. Optionsgeschäfte für Kleinanleger sind in Deutschland daher kaum populär.

Anders sieht dies in den USA aus. Da kann auch der kleinere Anleger schon Stillhaltergeschäfte in Aktien - er besitzt die Aktie und ist bereit, diese zum Basispreis der Option zu verkaufen - tätigen. Für Stillhaltergeschäfte in Geld - er ist bereit, eine Aktie zum Basispreis der Option abzunehmen - sind allerdings bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Dem Stillhalter in Aktien verbleibt neben dem Optionspreis eine eventuell gezahlte Dividende.

Die Optionen werden hauptsächlich an der CBOE, der Chicago Board Options Exchange, gehandelt.

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